#04/2017 - Berliner Panda-Nachwuchs für die Schlachtbank?

1 Juli 2017

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PRESSEMITTEILUNG #04/2017                                                                                                  

Berliner Panda-Nachwuchs für die Schlachtbank?

Tierrechtsorganisation EndZOO spricht von einem Skandal

01.07.2017

Zoo Berlin – Kurz vor der feierlichen Übergabe der zwei Großen Pandas MENG MENG und JIAO QING in Berlin, durch die Bundeskanzlerin Angela Merkel, meldet die Tierrechtsorganisation „EndZOO Deutschland e.V.“ heute erhebliche Bedenken an der zukünftigen Panda-Zucht in Berlin an. Die Organisation vermutet nicht nur Inzucht, sondern spricht auch von einem möglichen Nachwuchs für die Schlachtbank.

Hintergrund der Kritik sind EndZOO-Recherchen zur Verwandtschaft der beiden Pandas im Panda-Zuchtbuch und aktuell vorliegende Panda-Zuchtpläne für 2017 aus China. Nach bisherigem Wissensstand der Tierrechtler haben MENG MENG (geboren am: 10.07.2013/ Zuchtbuchnummer: 868) und JIAO QING (geboren am: 15.07.2010/ Zuchtbuchnummer 769) mit dem männlichen weiblichen anda QING QING (Zuchtbuchnummer: 278) einen gemeinsamen nahen Verwandten im Stammbaum. Das bedeutet, dass bei einer zukünftigen Verpaarung eine Inzucht vorliegt. Diese Vermutung wird auch durch den aktuellen „Panda-Zucht- und Managementplan“ für 2017 des chinesischen Zooverbandes (CAZG) und der chinesischen Forstbehörde (GPCF) untermauert. Darin taucht u.a. MENG MENG als Zuchtempfehlung für 2017 überhaupt nicht auf. Ursache hierfür könne sein, dass sie zu einer der im Zuchtplan erwähnten 31 „Inzuchttiere“ in der Gesamtpopulation zählt. Da aber die Inzuchtvermeidung einer der obersten Prioritäten des Zuchtplanes ist, werden für solche Pandas auch keine Zuchtempfehlung ausgesprochen.

Aus dem China-Bericht geht auch hervor, dass weder JIAO QING und schon gar nicht MENG MENG, für die weltweite Zucht besonders „wertvolle Tiere“ darstellen. Da die Gene der beiden zu oft in der Gesamtpopulation vertreten sind, ihr mittlerer Verwandtschaftskoeffizient (MK) ist zu hoch, wurden sie zur Zucht NICHT EMPFOHLEN. Laut Plan soll ein „verstärkter Fokus auf die Zucht mit genetisch wertvollen Tieren gelegt“ werden. Die Gene von Panda-Dame MENG MENG sind, im Vergleich zur gesamten Panda-Bevölkerung, sogar überpräsent. Tendenz steigend. Sie trägt also nicht zur Erhöhung und Bewahrung der genetischen Vielfalt in der Gesamtpopulation der in Gefangenschaft gehaltenen Pandas bei. Und da die Anzahl der Pandas in Gefangenschaft für 2016 und 2017 nun auch noch seine „Ziel- und Kapazitätsgröße“ erreicht hat, die Haltungs- und Zuchtmöglichkeiten in den weltweiten Gefangenschaftshaltungen ebenso begrenzt und sogar ausgeschöpft sind, wird offiziell sogar eine „Verlangsamung des Bevölkerungswachstumes“ in der Zucht verlangt.

„Herr Andreas Knieriem muss sich jetzt fragen lassen, warum er Pandas ohne Zuchtempfehlung in China ausgesucht hat. Aber auch China steht in der Kritik den Berlinern keine genetisch wertvollen Individuen überlassen zu haben. Sie also keine ernsthaften und aus ihrer Sicht wichtigen Beitrag zur „Erhaltungszucht“ der Pandas im Sinn hatten. Denn mit der Zucht von genetisch „wertvollen Tiere“ hätte sich die Genvielfalt in der Gesamt-Gefangenschaftspopulation weiter erhöht. Dieser deutsche Deal ist also für die Arterhaltung wertlos, kontraproduktiv und somit äußerst fraglich. Für den noch nicht einmal geborenen Nachwuchs der beiden Pandas steht also schon heute fest, er trägt nicht zur Genvielfalt und damit auch nicht zur Erhaltungszucht der Pandas in Gefangenschaft bei. Die Berliner Pandas leisten keinerlei Beitrag zur vermeintlichen Arterhaltung der Pandas in Gefangenschaft und Freiheit. Und aufgrund schon heute ausgeschöpften Gesamtkapazitäten müssen wir die zukünftigen Babys schon jetzt als so genannten Überschuss betrachte. Wie Kopenhagener Giraffe MARIUS könnte also auch der Berliner Panda-Nachwuchs eines Tages auf der Schlachtbank landen.“, so Zooexperte und 1.Vorsitzender von EndZOO Deutschland e.V. Frank Albrecht abschließend.

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