#02 - Giraffe Fritz ist nur ein weiteres Opfer von 20 Jahren Qualzucht (PM)

22 Juli 2016

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PRESSEMITTEILUNG #02/ 2016

Tierpark Berlin: Giraffe Fritz ist nur ein weiteres Opfer von 20 Jahren Giraffen-Qualzucht

EndZOO verurteilt jahrelange Untätigkeit der Verantwortlichen

vom 22.07.2016

Berlin/ Friedrichsfelde – Laut aktueller Pressemitteilung der Berliner Tierpark-Gefangenschaft Tierpark Berlin Friedrichsfelde musste Giraffe FRITZ am vergangenen Montag von den Folgen (u.a. Fußleiden) seiner genetischen Vorbelastung und den daraus resultierenden „Leiden erlöst“ werden. Die Euthanasie ist für „EndZOO Deutschland e.V.“, eine Tierschutz- und Tierrechtsorganisation, die sich auch vehement für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ausspricht, nun Anlass, die 20jährige „Giraffen-Qualzucht“ des ehemaligen Zoo-Speziesisten (Zoodirektor) Blaszkiewitz und die „offensichtliche Untätigkeit der verantwortlichen Tierärzte, Politiker*innen und Behörden“ erneut öffentlich anzuprangern.

Aus Sicht von EndZOO heißt „genetische Vorbelastung“ in direkter und ehrlich ausgesprochener Form nichts weiter als „Inzucht-Depressionen“. Giraffe FRITZ ist nämlich aus der Inzestverpaarung zwischen Mutter JETTE und ihrem eigenen Vater ALEXANDER im Jahr 2013 hervorgegangen. Inzest, die strengere Form der Inzucht, führt zu einem viel höheren Verlust der genetischen Vielfalt und beinhaltet damit auch ein vielfach höheres Risiko an Inzucht-Depressionen. Aus solchen Depressionen, an der auch ganz offensichtlich FRITZ litt, gehen sehr oft körperliche Fehlbildungen, eine hohe Jungtiersterblichkeit und eine sehr kurze Lebenserwartung hervor. Das dies so ist, bestätigt auch eine EndZOO-Auswertung (HIER) von 55 Geburten aus den letzten 55 Jahren der Tierpark-Giraffenzucht. So gingen aus 55 Geburten insgesamt 26 Individuen (47%!) aus einer Vater-Tochter-Verpaarung (Inzest) hervor. Davon starben 14 Individuen (54%) sehr früh und wurden, wie auch FRITZ, nie älter als 2 Jahre. Aufgrund dieser erschreckenden Beweise prangert EndZOO nun öffentlich die jahrelange Untätigkeit der Verantwortlichen an und fordert auch personelle Konsequenzen aus diesem tierquälerischen „Inzest-Skandal“.

„EndZOO trauert um Giraffe FRITZ. Er ist ein weiteres Giraffenopfer das der jahrelangen Willkür von Blaszkiewitz schutzlos ausgeliefert war. Trotz des Wissens um die hohe Tierschutz- und Strafrelevanz der Inzestzucht (siehe auch „Qualzuchtgutachten“), und deren nun erneut sichtbar gewordenen tierquälerischen Folgen, habe keiner der für den Tierschutz verantwortlichen Personen das ungebremst tierquälerische und vermeintliche „Auszucht-Treiben“ des Herrn Blaszkiewitz frühzeitig unterbunden. Bis auf ganz wenige Ausnahmen hat die gesamte Politik, Tierärzteschaft, die den Tierschutz überwachenden Behörden und auch einige Mitglieder der vermeintlichen Ethik-Kommission auf ganzer Linie versagt. Zu viele sind für den Tod und die Leiden von Giraffe FRITZ, der vielen anderen Inzestgeburten und deren Mütter mitverantwortlich. Dass einige damalige Mitverantwortliche heute auch noch von einem <schweren Abschied> sprechen, ist für mich nur ein hässliches Abbild der jahrelangen Heuchelei und Ignoranz. Der Tod von FRITZ bestätigt EndZOO erneut: Zoo-Gefangenschaft ist Tierquälerei!“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

Weitere Informationen:

Die EndZOO-Auswertung von 55 Giraffengeburten (1968 bis 2014): Hier klicken!

Das Qualzuchtgutachten: Hier klicken! (PDF)

Pressemitteilung vom 13.05.2014 („Tierpark Berlin: Knieriem stoppt endlich Inzucht und Inzestzucht bei Giraffen“): Hier klicken!

EndZOO auf Facebook: Hier klicken!

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Aussagen und weiterführende Information zu Thema Inzuchtdepressionen:

„The study re-emphasises the necessity to avoid inbreeding in captive breeding programmes and shows that purging cannot be relied upon to remove deleterious alleles from zoo populations.“
Quelle:
„An investigation of inbreeding depression and purging in captive pedigreed populations“; Boeakes,Wang & Amos, in Heredity (2007)
Link: Hier klicken!

„In management of captive breeding and restoration programmes, the common practice of avoiding inbreeding and small population sizes should be followed whenever possible.“
Quelle:
„Role of inbreeding depression and purging in captive breeding and restoration programmes.“; Leberg & Firmin; in Mol Ecol (2008)
Link: Hier klicken!

„This review shows that inbreeding depression can cause several negative effects in captive zoo populations, especially by reducing reproduction chances and survival rates of inbred animals. Reduced litter sizes and decreasing longevity are two of the most observed indicators of inbreeding depression.“
Quelle:
„Inbreeding depression in captive animal populations“; Xinyu Li; inUni Utrecht (2014)
Link: Hier klicken!

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