#30 - Zoo Osnabrück: Unverantwortliche Kinder-Zooführung?

18 Dezember 2014

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pdficon_largePRESSEMITTEILUNG #30/ 2014

Zoo Osnabrück: Unverantwortliche Kinder-Zooführung?

EndZOO fordert ein Kontaktverbot aufgrund von Infektionsrisiken

vom 18.12.2014

Osnabrück – Die am Sonntag durchgeführte Kinder-„Adventstürchen-Führung“, bei der Kinder ein Tapir, ein Faultier, Pinguine und Seehunde „füttern“ oder sogar anfassen durften, stößt heute auf scharfe Kritik der Tierschutzorganisation EndZOO Deutschland e.V. aus Nürtingen. Die Tierrechtler, die sich vehement für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften aussprechen, sehen in dieser Form der Kinderbespaßung eine extreme Gefahr für die Gesundheit von Mensch und nicht-menschliche Tiere. Immer häufiger sterben Zoo-Insassen in Deutschland an diversen Infektionskrankheiten die durch verschiedene Erreger (Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten) ausgelöst werden. Der direkte Kontakt zwischen Mensch und nicht-menschliche Tiere oder auch mangelhafte Hygiene sind hierbei oft eine Ursache für die Erkrankungen. So starben im Jahr 2013 Mähnenrobben in Wien und ein Tapir in Köln an der ansteckenden Tuberkulose. Im selben Jahr erkrankten in Köln auch Primaten an einer ebenfalls ansteckenden Salmonellen-Infektion. Der erschreckendste Fall ist der Tod eines Nashorns an einem Pferde-Herpesvirus. Dieser Pferde-Virus, welcher die Artgrenze eigentlich niemals hätte überwinden dürfen, tötete zuvor auch Eisbärin JERKA in Wuppertal und möglicherweise aus Eisbär KNUT auf qualvolle Art und Weise. Oft bleiben die Ursachen von Todesfällen aber auch ungeklärt. Laut wissenschaftlichem „Journal of Internal Medicine“ erwarben im Zeitraum von 2000 bis 2005 ca. 50 Millionen Menschen weltweit so genannte Zoonosen und starben bis zu 78.000 Menschen daran. EndZOO fordert den Zoo Osnabrück heute auf, diese unverantwortliche und riskante Praxis der Zurschaustellung sofort zu beenden und ein grundsätzliches Kontaktverbot auszusprechen. WärterInnen, BesucherInnen und nicht-menschliche Tiere müssten noch besser vor Krankheiten und Tod geschützt werden.

„Wer uns Panikmache unterstellen will, dem sei nochmals vor Augen geführt, dass ein Pferde-Virus es mittlerweile geschafft hat in Zoo-Gefangenschaft die Artengrenze zu überspringen. Ob auch diese Virus die Hürde Mensch noch überwinden wird, kann angesichts von Ebola, BSE, Vogelgrippe und SARS eigentlich nur noch eine Frage der Zeit sein. Zoo-Gefangenschaften stehen in der gesetzlichen Pflicht Gefahren von Mensch und Tier abzuwenden und jede Risiken zu minimieren. Der direkte Kontakt von Kinder zu nicht-menschlichen Tieren erhöht jedoch nachweislich das Gefährdungsrisiko und ist daher als unverantwortliche Aktion sofort zu beenden“, so Endzoo-Sprecher und Zoo-Experte Frank Albrecht abschließend.

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

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