#29 - Zoo Salzburg: Nashorn-Massensterben trotz Zoo-Sensationsgeburten?

20 November 2014

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Zoo Salzburg: Nashorn-Massensterben trotz Zoo-Sensationsgeburten?

EndZOO Österreich spricht von unglaublicher Täuschung der Öffentlichkeit

vom 20.11.2014

Salzburg – Dieses Jahr ist das letzte zeugungsfähige männliche Nördliche Breitmaulnashorn in Freiheit gestorben. Damit steht diese Unterart, trotz vermeintlicher Zoo-Zuchterfolge, kurz vor dem Aussterben. Und trotz angeblicher Zoo-Haltungserfolge, fällt pro Monat mindestens ein Nashorn in Afrika Wilderern oder Trophäenjägern zum Opfer. Trotz der Salzburger Zoo-Sensationsgeburten durch Vergewaltigung, wird bis Ende 2014 die Gesamtzahl der abgeschlachteten Nashörner wieder die Tausendermarke erreichen. Und trotz des ungebremsten Massensterbens und der bevorstehenden Ausrottung spricht die Salzburger Zoodirektorin Grebner in Bezug auf die bevorstehenden Nashorngeburten unaufhörlich und beschönigend von einem „bedeutenden Artenschutzbeitrag“ oder von einer erfolgreichen „Sicherung des Fortbestandes“. Dass ihre Nashörner noch nicht einmal freiwillig zum angeblichen Geburts-Erfolg beigetragen haben, sondern nur unter Zwang und Vergewaltigung geschwängert wurden, wird von Grebner natürlich bewusst in der Öffentlichkeit nicht als eigentlichen Misserfolg thematisiert. Die österreichische Tierschutzorganisation EndZOO kritisiert nun in seiner heutigen Presseaussendung die Haltung der Nashörner und die bevorstehenden Geburten. Die Tierschützer sprechen von einer unglaublichen Täuschung der Öffentlichkeit, von Beschönigung und von einer enormen Steuergeldverschwendung in Millionenhöhe. Denn nach Ansicht der Tierschützer hätte man mit dem bisher verschwendeten Geld viel effektiver und erfolgreich den Bestand in Freiheit schützen und somit viel eher retten können. Diese reelle Chance hätte der Zoo Salzburg aber, so die Tierschützer weiter, bereits im Jahr 2009 vertan. Damals hatte Salzburg drei Nashörner (YETI, MALIA und TAMU) aus ihrem natürlichen Lebensraum brutal herausgerissen und als so genannte Wildfänge in die Gefangenschaft nach Österreich verschleppt.

„Diese Zwangsschwangerschaften kommen der Salzburger Zoo Direktion gelegen. Sie bieten eine perfekte Ablenkung der Öffentlichkeit vom eigentlichen Desaster und der Steuergeld-Verschwendung. Trotz der Millionengelder u.a. für den Kauf der Nashornwildfänge (2009), den Bau von bisher zwei Stallungen, enormen Transportkosten für den wiederholten Tausch von Nashörnern und den jährlichen Haltungskosten ist das Massensterben in Freiheit nicht einmal gebremst worden. Im Gegenteil, das Massensterben der Nashörner geht weiter und erreicht nie da gewesenen Höchstwerte. Und dennoch verkauft der Salzburger Zoo seine Nashorn-Gefangenschaft in allen Punkten als einen großen Erfolg. Absurder und verlogener geht es nicht“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

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