#28 - Zoo Osnabrück: Tierschutzanzeige wegen Schweinsaffen-Haltung

12 November 2014

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Zoo Osnabrück: Tierschutzanzeige wegen Schweinsaffen-Haltung

EndZOO nennt die „Sehr gut“-Bewertung der Schweinsaffenhaltung eine Farce

vom 12.11.2014

Männlicher Schweinsaffen Zoo-Gefangenschaft Osnabürck (2014)Osnabrück – Die Kritik am Zoo Osnabrück und seiner Schweinsaffenhaltung reißt nicht ab. Nun meldet sich auch die Tierschutz- und Tierrechtsorganisation EndZOO Deutschland e.V, die sich für ein Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften engagiert, zu Wort. Diese spricht von einer skandalösen und mehr als beengten Primatenhaltung. So haben EndZOO-Aktivisten im vergangenen August u.a. drei männliche Schweinsaffen während der gesamten Besucherzeit (an zwei Tagen!) auf nur knapp 30 Quadratmeter eingepfercht vorgefunden. Die drei Affen hätten aufgrund der qualvollen Enge bereits extreme Verhaltensstörungen gezeigt und seien auf blanken Fliesen fast den ganzen Tag im Kreis gelaufen. Solche manifestierten Verhaltensstörungen sind nachweislich Anzeichen für Leiden. Ein/e Zoo-Mitarbeiter/in vor Ort bestätigte den Verdacht der Tierschützer, dass diese drei Affen kein Außengehege besitzen und nicht mehr in die Gruppe integriert werden können. Aufgrund dieser höchst qualvollen Realität, welche die Tierschützer vorgefunden haben, sehen sie in den Osnabrücker-Zooaussagen, dass es den – „Osnabrückern Schweinsaffen sehr gut geht, die Tiere genug Raum und Möglichkeiten zum Klettern haben und über nötige Rückzugsecken, Wasserstellen sowie Sonnen- und Schattenplätze verfügen“ – eine unglaubliche Farce.

Grundsätzlich erachtet EndZOO das veraltete und absolut reizarme Affenhaus für alle Primaten, als extrem überbevölkert, viel zu laut und beengt. Eine Reduzierung des gesamten Affenhausbestandes ist aus Tierschutzsicht seit Jahren mehr als überfällig! Eine Verringerung der Arten würde bereits Platz für eine leidgeminderte Innen- und Außenhaltung dieser drei männlichen Schweinsaffen oder anderen zukünftig zu trennenden Individuen der Gruppe schaffen. Die Organisation, die auch in Österreich aktiv ist, hat die Osnabrücker Schweinsaffenhaltung am vergangenen Freitag beim Veterinäramt angezeigt und dieses zum Handeln aufgefordert.

„Es war ein erdrückendes, erschreckendes und jämmerlich anzusehendes Bild. Drei Schweinsaffen, die immer wieder vergebens Anschluss zur Großgruppe suchten. Oft minutenlang liefen sie auf blankem Fliesen des engen Innengeheges im Kreis und an den Wänden entlang. Ein Ausweichen vor den Besuchern, die immer wieder an die Scheiben klopften, war überhaupt nicht möglich. Langeweile und Dauerstress pur. Für diese erbärmliche Haltung bekamen wir die lapidare Antwort: Man könne nichts machen! Wer solch eine entwürdigende und qualvolle Knast-Realität mit sehr gut bewertet, muss nicht nur unerhört ignorant sein, sondern auch unter extremer Gefühls- und Empathielosigkeit leiden. Warum hier das zuständige Veterinäramt noch nicht tätig wurde bleibt für uns zwar ein Rätsel“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

2014-11-10_Titelbild_ DOKU_Schweinsaffe_Osnabrück_54KBHier lesen Sie unseren Analyse zur Schweinsaffen-Gefangenschaftshaltung (PDF):

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Hier sehen Sie unseren Film zur Schweinsaffen-Gefangenschaftshaltung:

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

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