#16 - Zoo Halle: Tödliche Attacke auf Elefantenbaby war vorhersehbar

23 September 2015

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 September 23, 2015
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Zoo Halle: Tödliche Attacke auf Elefantenbaby war vorhersehbar

EndZOO: Mensch allein ist für gestörtes Geburtsverhalten verantwortlich

vom 22.09.2015

Halle – Die Tierschutz- und Tierrechtsorganisation EndZOO Deutschland e.V. sieht die Ursachen der erneuten tödlichen Attacke von Elefantenmutter BIBI auf ihr 4.Baby in der Zoo-Gefangenschaft Halle als eine logische Folge der anhaltend qualvollen, unnatürlichen und nicht artgerechten Gefangenschaftsbedingungen. Laut heutiger Pressemitteilung sieht EndZOO „allein den Menschen als Ursache für BIBIs gestörtes Mutter-Kind-Verhalten während des Geburtsvorganges“. Warum? BIBI wurde 1987, viel zu jung und als so genannter „Wildfang“, brutal von ihrer leiblichen Mutter weg- und aus ihrem natürlichen Familienverband herausgerissen. Diese Brutalität und psychische Folter vergisst ein junger Elefant nie. BIBI und ihre zweite Tochter PANYA griffen in der Zoo-Gefangenschaft „Tierpark Berlin Friedrichsfelde“ wiederholt ihre Wärter an. Sie wehrten sich gegen brutale Schläge und Unterwerfung. Daraufhin wurden beide aus ihrem Verband in Berlin herausgerissen und als klare „Problem-Elefanten“ 2008 nach Halle abgeschoben. BIBI verlor dadurch ihre engste Sozialpartnerin DASHI. Der nächste, für BIBI sich negativ auswirkende, soziale und psychische Einschnitt. Wie in Berlin, ist auch die Gruppe in Halle kein natürlich gewachsener Sozialverband. Ein Negativfaktor für eine „normale“ Geburt, ohne Ankettung und in der Gruppe. Zudem brachte BIBI ihre zwei vorherigen Geburten (MATIBI und PANYA) immer nur in Ankettung (Siehe Richtigstellung unten!) und ohne Hilfe anderer vertrauter Elefanten zur Welt. Dass der Mensch ihr also nie die Möglichkeit einer normalen Geburt gab, macht BIBI ganz offensichtlich zu einer tickenden Zeitbombe. Das BIBI in Halle schon 2013 psychisch und physisch total überfordert war, bewies die sofortige Attacke und die Tötung ihres 3.Baby. Nach all den enorm belastenden, prägenden und qualvollen Erlebnissen in ihrem Leben, waren der aktuelle Angriff (4.Geburt) und diese zweite Tötung daher für die TierrechtlerInnen „absolut vorhersehbar“. Die Organisation fordert den Zoo Halle heute auf, BIBI zukünftig nicht mehr zur Zucht zuzulassen.

„Nur ein Zuchtstopp kann zukünftige Qualen, Stress, Leiden und auch den wiederholten Tod eines weiteren Lebewesens verhindern. BIBI´s bisheriges Dasein war von psychischen und physischen Qualen durch den Menschen geprägt. Der Mensch hat sie entführt, inhaftiert, unterworfen, geschlagen, entrissen, gequält und in ihrem Geburtsverhalten fehlgeprägt. Der Mensch ist Ursache und Übel für dieses wiederholt erschütternde Desaster. Dass die Zooverantwortlichen in Halle die begangenen Fehler jetzt auch nicht einsehen und von ihrem Geburtsansinnen auch nicht abweichen wollen, bezeichne ich als eine Fortführung der menschlichen Ignoranz und Arroganz“, so EndZOO-Sprecher und Zoo-Experte Frank Albrecht abschließend.

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

Richtigstellung

(24.09.2015)

Es ist NICHT richtig, wie wir fälschlicherweise oben geschrieben haben, dass Elefantin BIBI auch ihre Tochter PANYA in der Zoo-Gefangenschaft „Tierpark Berlin Friedrichsfelde“ in Ankettung zur Welt gebracht hat. Richtig ist, dass es auf der Außenanlage zur Geburt von PANYA kam.

Leider hatten wir uns, bei unserer der Recherche der Fakten, beim Namen (und damit beim Geburtsvorgang) des Babys vertan. Übrigens der einzige Fehler den man/frau uns vorhalten kann.

Dieser Flüchtigkeitsfehler ändert aber nichts an unserer Gesamtauffassung, die unsere Pressemitteilung in Kurzform vermitteln soll: BIBI ist eine durch Menschenhand in ihrem Geburtsverhalten gestörte Elefantendame und wird zukünftig ein hohes Tötungsrisiko für weitere Babys darstellen.

Erklärung:

In der Zoo-Gefangenschaft des „Tierpark Berlin Friedrichsfelde“ waren Geburten in Ankettung üblich. Das wurde von vormaligen Zoo-Speziesisten Blaszkiewitz auch nie bestritten. Im Gegenteil, diese unethische und Tierschutz widerrechtliche (so Zoo-Gefangenschaft Halle aktuell) Vorgehensweise hat Blaszkiewitz sogar vehement als richtig und stets auch als notwendig verteidigt.

Die Geburt von PANYA auf der Außenanlage war also durchaus kein Regel- sondern wohl eher als ein Zufall zu betrachten.

Dass „die Elefantenpfleger“ PANYA nachweislich nur „wenigen Minuten nach ihrer Geburt“ bergen mussten und „Mutter und Kalb“, so Blaszkiewitz (2008), auch erst später wieder zusammenführten macht deutlich: Auch hier hatte BIBI keine Möglichkeit eines natürlichen, ungestörten und vor allem vollständigen Geburtsvorgangs in einem fürsorglichen, schützenden und natürlich gewachsenen Familienverband.

BIBI war also auch bei ihrem zweiten Baby PANYA nicht in der Lage einen weiteren wichtigen und vollständigen Lernprozess in ihrem Geburtsverhalten zu durchleben. Das benötigt aber eine Elefantin für weitere Geburten. Es ist und war also völlig egal, ob man/frau BIBI ihr Baby PANYA nun in Ankettung oder ohne Ankettung „nur wenige Minuten nach der Geburt“ weggenommen hatte. Es spielte für BIBI ja AUCH, wie jetzt sehr gut erkennbar, keine Rolle für ihre fortlaufende Fehlentwicklung im Geburtsverhalten.

Wir möchten übrigens unbedingt noch betonen, und Falschaussagen von außerhalb hiermit gleich widersprechen, dass wir BIBI mit unserer Pressemitteilung nicht als „Killer-Elefanten“ darstellen oder sie zu einer „schlechten Mutter“ degradieren wollten. Unsere Formulierungen lassen eigentlich auch nicht darauf schließen. Die Aussage, sie sei eine „schlechte Mutter“, ist und war angesichts ihrer Fürsorge zu ihren Kindern MATIBI und heute PANYA schon selbst ad absurdum geführt. Wir haben BIBI vor ca. einer Woche selbst noch als eine tolle Mutter live beobachten können.

Frank Albrecht (1. Vorsitzender von EndZOO Deutschland e.V.)

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