#14 - Zoo Duisburg: War Orang-Utan-Erschießung rechtswidrig?

1 September 2015

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 September 1, 2015
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Zoo Duisburg: War Orang-Utan-Erschießung rechtswidrig?

EndZOO Deutschland erstattet Anzeige

vom 01.09. 2015

Duisburg – Nachdem mehrere Medien bereits gestern Abend davon berichten, dass nach der Flucht von zwei Orang-Utans aus der Zoo-Gefangenschaft Duisburg mindestens ein Individuum erschossen wurde, wird die Tierschutz- und Tierrechtsorganisation „EndZOO Deutschland e.V.“ heute Vormittag bei der Staatsanwaltschaft Duisburg eine Strafanzeige gegen die Verantwortlichen des Zoo-Gefangenschaft Duisburg wegen des Verdachtes der Tötung ohne vernünftigen Grund einreichen. Hintergrund der An-zeige ist, nach Ansicht der TierrechtlerInnen, dass Orang-Utan grundsätzlich keine „gefährlichen Raub-tiere (so genannt)“ sind und von ihnen auch bei solch einer Fluchtsituation eigentlich keine größere Gefahr ausginge. EndZOO ist sich sicher, dass bei einer besonneneren und ruhigeren Vorgehensweise auch dieses Orang-Utan-Individuum hätte später eingefangen werden können und eine Erschießung daher nicht notwendig gewesen wäre. Nach Erkenntnissen von EndZOO kamen die meisten Fluchten von Menschenaffen bisher immer ohne Erschießung aus.

In ihrer Argumentation berufen sich die TierrechtlerInnen sogar auf den bereits verstorbenen und da-maligen Duisburger Zoodirektor Dr. Gewalt der bei der Flucht von Gorilla CATOU (1977) und bei der Flucht von Orang-Utan-Dame SUSI (1993) ebenfalls ohne Erschießung auskam. Zur Flucht von SUSI betonte Gewalt damals gegenüber den Medien: „Orang-Utans sind keine bösartigen Raubtiere.“(1)

„Die Erschießung war völlig unnötig. Von Orang-Utans geht keine größere Gefahr aus wie von einem Tiger oder Löwen. Auch außerhalb des Zoos hätte man das Individuum später per Betäubung ruhig und besonnen einfangen können. Zudem war der Orang-Utan ja nachweislich in Schussweite. Es hätte also ein Betäubungspfeil und keine tödliche Kugel sein müssen. Auch das Argument, dass die Flucht über eine Straße für Menschen gefährlich sein könnte ist aus unserer Sicht haltlos. Keiner käme auf die Idee, alle Rehe in Deutschland zu erschießen, weil diese ja grundsätzlich eine potentielle Gefahr für Menschen darstellen. Dass der Orang-Utan auch noch für sein Interesse, sein Recht und seinen Willen an Freiheit sterben musste, betrachten wir grundsätzlich als ein menschliches Verbrechen“, sagt Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

(1)„Orang Susi ging spazieren“, WAZ vom 18.08.1993

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

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