#03 - Zoo-Gefangenschaft Hoyerswerda ist im Steinbockfall für EndZOO kein Opfer

28 November 2016

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 November 28, 2016
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PRESSEMITTEILUNG #03/2016

Zoo Hoyerswerda ist im Steinbockfall für EndZOO kein Opfer

Tierrechtler kritisieren Abgabe an einen Halter ohne Haltungsgenehmigung

29.11.2016

img_3833Hoyerswerda – Zum Verschwinden von drei Alpensteinböcken aus dem Zoo Hoyerswerda schließt Zoosprecher Felix Pal, in einem gestrigen Zeitungsartikel, nicht mehr aus, dass Käufer Ludwig K. den Zoo „arglistig getäuscht“ habe. Anders als der Zoo, sieht die Tier-, Artenschutz und Tierrechtsorganisation „EndZOO Deutschland e.V.“ die Einrichtung jedoch nicht in einer Opferrolle.

Nach Meinung der Organisation habe der Zoo schon mit der Falschdeklarierung einer Wiese zu einem „Rothsee Wildpark Kronmühle“ der Öffentlichkeit einen vermeintlich guten Altersruhesitz ihres Steinbockes vortäuschen wollen. Und obwohl Zooexperte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht den Zoo, einen Tag nach der Presseveröffentlichung des Zoos zur Steinbockabgabe am 28.09.2016, via Facebook auf etliche Ungereimtheiten hinwies und um Aufklärung bat, weigerte sich dieser sogar noch die genaue Adresse des vermeintlich seriösen Wildparkes zu nennen. Auch meinte der Zoo im Facebook-Schlagabtausch am 30.09.2016 selbstsicher, dass man/frau „keine Zweifel daran hätte, dass es den Tieren im neuen zu Hause gut gehe“. Hätte der Zoo, so ein weiterer EndZOO-Vorwurf, wirklich ein Interesse am Wohlergehen seiner Steinböcke gehabt, hätte er sich bereits an diesem Tag beim zuständigen Veterinäramt über die Haltungsbedingungen vor Ort informiert. Zu diesem Zeitpunkt, und sogar zum Zeitpunkt der Zoo-Pressemitteilung über die Abgabe (!), waren die drei Alpensteinböcke schon längst nicht mehr in Kronmühle. Den größten Vorwurf macht EndZOO an einer weiteren Zoo-Aussage fest. So meint der Zoo auf Facebook, dass man/frau sich mit den „neuen Haltungsbedingungen intensiv auseinandergesetzt“ habe. Auch diese Aussage hält die Organisation heute für nicht glaubwürdig. Denn wenige Tage später erhielt EndZOO die schriftliche Aussage des zuständigen Veterinäramtes in Roth, dass Käufer Ludwig K. überhaupt keine Haltungsgenehmigung für Steinböcke besäße.

img_2784„Wer drei Steinböcke an eine Privatperson mit Jagdschein, Trophäenzucht und ohne Haltungsgenehmigung verkauft, der hat es verwirkt, sich heute als vermeintliches Opfer einer arglistigen Täuschung darzustellen. Wer zuvor den in Bayern geschützten Begriff des Wildparkes missbraucht, um gute Haltungsbedingungen seiner Steinböcke in der Öffentlichkeit anzupreisen, der macht sich im Vorgeben eines vermeintlichen Interesses über Wohlbefinden seiner Steinböcke ebenso unglaubwürdig. Ein Zoodirektor, der vor Steinbockabgabe nicht den Besitz einer notwenigen Haltungsgenehmigung des Käufers beim zuständigen Amt überprüft oder sich bei Tierübergabe eine solche Genehmigung nicht zeigen lässt, dessen Berechtigung zum Führen eines Zoos unbedingt neu sollte unbedingt neu überdacht werden“, so ZOO-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht. „Dieser Fall zeigt mir erneut, dass der Hoyerswerdaer Zoo aus seiner Vergangenheit der vielen dubiosen Tierabgaben immer noch nichts gelernt hat. Und das er offenbar unbeirrt und ohne Tierschutzinteresse der Lokalpolitik ungebremst so weitermacht wie bisher.“

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EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

Den Diskussionsverlauf zwischen der Zoo-Gefangenschaft Hoyerswerda und Frank Albrecht auf Facebook finden Sie hier: HIER KLICKEN!

In folgender Chronik erfahren Sie, wie es den Steinböcke in der Realität erging: HIER KLICKEN!

 

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