#01 - Zoo Köln: Schutzmaßnahmen gegen aggressiven Keim?

14 Januar 2015

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 Januar 14, 2015
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pdficon_largePressemitteilung #01/ 2015

Zoo Köln: Keine ausreichenden Schutzmaßnahmen gegen aggressiven Keim?

Great Ape Project und EndZOO-Deutschland e.V. kritisieren Zooleitung

vom 14.01.2015

Köln – Wie der Kölner Zoo auf seiner Homepage mitteilt, wurde am Montag 12.01.2015 der zeit seines Lebens in Gefangenschaft gehaltene Orang-Utan BORNIE (30) „eingeschläfert“. Der im Zoo Rotterdam geborene und seit 1994 im Zoo Köln einsitzende Menschenaffe sei „seit Monaten schwer krank“ gewesen: Er habe an einer „Infektion des Kehlsackes und an einer sich daran anschließenden Lungenentzündung“ gelitten. Ursache sei ein „Keim, der nur sehr schwer zu bekämpfen ist“, gewesen. Dem vermutlich gleichen Keim fiel vor einem halben Jahr der im Kölner Zoo vorgehaltene Gorilla KIM (38) zum Opfer. Offenbar grassiert im Menschenaffenhaus des Zoos seit Monaten ein hochgefährlicher Keim, gegen den Antibiotika nicht wirksam sind. Woher der Keim kommt und ob es sich um eine bakterielle oder virale Infektion handelt, scheint völlig ungeklärt bzw. wird als „Geheimsache“ behandelt.

Die beiden Tierrechtsorganisation Great Ape Project (GAP) und EndZOO Deutschland e.V. kritisieren heute in einer gemeinsamen Pressemitteilung, dass innerhalb des heillos veralteten Kölner Menschenaffenhauses, in dem die einzelnen Tiergruppen – Gorillas, Bonobos und Orang-Utans – nur durch nach oben hin offene Gehegebegrenzungen voneinander getrennt sind, der tödliche Keim leicht von einem Gehege zum nächsten springen und letztlich sämtliche Tiere befallen könne.

Da Infektionskrankheiten grundsätzlich von Menschenaffen auf Menschen übertragen werden können, warnen die Tierschützer auch davor, dass Besucher und Pfleger einem hohem Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind. Beide Organisationen fordern eindringlich, das Menschenaffenhaus sofort für die Besucher zu schließen und das Pflegepersonal mit desinfektionsfähigen Schutzanzügen auszustatten.

„Alles andere wäre noch verantwortungsloser als die bisher gepflogene Praxis des Zoos, die Öffentlichkeit noch nicht einmal von der Gefährdung durch einen aggressiven Infektionskeim zu unterrichten. Eine Strafanzeige gegen den verantwortlichen Zoodirektor ebenso wie den leitenden Zootierarzt behalten wir uns vor“, so Colin Goldner vom Great Ape Project und EndZOO-Vereinsvorsitzender Frank Albrecht

Zur näheren Information:

Kehlsackentzündung (air sacculitis) ist eine der am häufigsten auftretenden Atemwegserkrankungen bei in Zoo-Gefangenschaft gehaltenen Menschenaffen. In den USA sind Infektionen der Atemwege, laut einer Studie von 2012 (M. Fox), die häufigste Todesursache bei gefangengehaltenen Orang-Utans im Alter von 8-40 Jahren. In Freiland wurde eine Kehlsackentzündung bei Orang-Utans noch nie dokumentiert.

Kehlsackentzündungen und Sterbefälle (unvollständige Liste):

Orang-Utan ENCHE (krank 2005, Zoo-Gefangenschaft Berlin)

Orang-Utan MINYAK (krank 2005, Zoo-Gefangenschaft Los Angeles)

Gorilla KIM (gestorben: 14.07.2014; Zoo-Gefangenschaft Köln)

Orang-Utan SANDRA (gestorben: 17.10.2008; Zoo-Gefangenschaft Schönbrunn Wien)

Orang-Utan SITA (gestorben: Ende August; Zoo-Gefangenschaft Krefeld)

Orang-Utan KUTAI (gestorben: 04.01.2014; Zoo-Gefangenschaft Oregon)

Orang-Utan MIAS (krank 2011, Zoo-Gefangenschaft Denver)

Orang-Utan TUCKER (gestorben: 18.10.1999, National Zoological Park Washington)

Pressekontakt:

EndZOO Deutschland e.V.: Frank Albrecht; Tel.: 0049 (0) 7022 97 89 81; Fax: 0049 (0) 7022 97 89 82; E-Mail: Kontakt@endzoo.de; http://endzoo.at/wp/

Pressekontakt Great Ape Project: Dr. Colin Goldner; Tel.: 0049 (0) 9444 87 09 656; E-Mail: info@greatapeproject.de; www.greatapeproject.de

EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

 

 

One response on “#01 – Zoo Köln: Schutzmaßnahmen gegen aggressiven Keim?

  1. Elke Petermann sagt:

    Ist ja unglaublich, die lassen trotz des grassierenden Keims jeden Tag hunderte von Muttis mit ihren Kinderwägen durch das Affenhaus spazieren???

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